Was ich gerade lese

Hier stelle ich kurz die Bücher vor, die ich aktuell lese.

 

 

Februar 2021

 

S.G. MacLean: The Bear Pit

Die Damian-Seeker-Reihe hat mich in ihren Bann geschlagen. Der vierte Teil ist genauso großartig wie der dritte.

Januar 2021

 

Emma Southon: Aggrippina: Empress, Exile, Hustler, Wohre

Nachdem ich die sehr unterhaltsame Episode des Podcasts "Geschichten aus der Geschichte" gehört hatte, in der Emma Southon über die römische Kaiserin Aggrippina berichtet, habe ich mir das Buch gekauft. Und ich wurde nicht enttäuscht. Fundiert recherchiert, äußerst unterhaltssam präsentiert.

 

S.G. MacLean: The Black Friar

Ein großartiger historischer Krimi, angesiedelt in der ansonsten von den meisten Autor*innen eher stiefmütterlich behandelten Phase der Cromwell'schen Republik. Damian Seeker ist eine mysteriöse Hauptfigur, die ihresgleichen sucht. Unbedingte Leseempfehlung, leider gibt es die fünf Bücher der Reihe noch nicht auf Deutsch.

 

Dezember 2020

 

Leo Tolstoi: Anna Karenina

Für den Feiertagslockdown habe ich mir eine epische Lektüre ausgewählt. Nachdem ich vor beinahe 20 Jahren mit großem Vergnügen Krieg und Frieden gelesen hatte, wollte ich mir immer einmal noch Anna Karenina vornehmen. Nun bin ich endlich in die Welt der russischen Aristokratie des späten 19. Jahrhunderst eingetaucht und dieses kulturhistorische Kaleidoskop ist faszinierend und überwältigend zugleich.

 

Gina Rippon: The Gendered Brain

Die renommierte Neurowissenschaftlerin Gina Rippon zerschmettert lustvoll Geschlechterstereotype und zeigt die Grenzen und Möglichkeiten ihrer eigenen Forschungsansätze auf. Ein Buch, das im Psychologie-Grundstudium zum Kanon gehören sollte.

 

November 2020

 

Nicci French: Eine bittere Wahrheit

Ist es möglich, einen Mordfall aus dem Gefägnis heraus zu lösen? Das britische Krimi-Ehepaar beweist in diesem Bravourstück, dass das geht. Einzig mit der etwas spröden Portagonistin bin ich erst spät warm geworden.

 

Maurice Druon: The Iron King

Ein Klassiker des historischen Romans, der ein Vorbild für G.R.R. Martins "A Song of Ice and Fire" war. Leider bin ich erst jetzt auf das Buch gestoßen. Wahrscheinlich hätte es mich in meiner Jugend noch mehr mitgerissen. Inzwischen ging mir der etwas behäbige Erzählstil stellenweise auf die Nerven. Trotzdem hat mir der Roman gut gefallen und ich werde die 6 Folgebände lesen.

 

Greg Lukianoff und Jonathan Haidt: The Coddling of the American Mind

In diesem Buch beleuchten ein Sozialpsychologe und ein Free-Speech-Anwalt die Entwicklung der amerikanischen Campus-Kultur der letzten zehn Jahre aus einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Perspektive. Gerade im Hinblick auf die Diskussion über "Cancel culture" ist dieses Werk m.E. ein wichtiger Diskussionsbeitrag.

 

Oktober 2020

 

Bart van Loo: Burgund - Das verschwundene Reich

Geschichtsschreibung wie ich sie mag. Im Stil einer umfangreichen Biographie erzählt der niederländische Autor Bart van Loo vom Werden und Vergehen eines großen Reiches in Mitteleuropa. Unbedingt lesenswert!

 

September 2020

 

David Mitchell: Black Swan Green

Ein wunderbarer Pubertätsroman mit teilweise autobiographischen Elementen. Die Figuren sind so wunderbar gezeichnet, dass der kleine, enge englische Ort in den frühen 80ern beinahe plastisch greifbar wird. Eines dieser Bücher, das ich wegen seiner Figuren nicht aus der Hand legen konnte weniger wegen seiner Handlung

 

Stephen King: Blutige Nachrichten

Vier mehr oder wenige kurze Geschichten des Meisters. Vielleicht nicht der Höhepunkt seines Schaffens, trotzdem hab ich mich prächtig unterhalten gefühlt.

 

August 2020

 

David Mitchell: Utopia Avenue

Mitchell ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren und sein neuestes Werk, das den Leser in die Londoner Musikszene der späten 60er versetzt, ist einfach nur wunderbar. Mitchell lesen ist für mich wie nach Hause zu kommen.

 

Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen

Wissenschaftstheorie ist eines meiner Steckenpferde und diesen Klassiker aus dem Jahr 1962 wollte ich schon lange einmal lesen. Kuhns Hauptthese, dass der wissenschaftliche Fortschritt sich nicht kumulativ sondern durch sich abwechselnde Paradigmen vollzieht, ist gerade vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen über die sog. Cancel Culture eine enorm bereichernde Lektüre.

 

Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse

Ich bin ein wenig zwiegespalten, was diesen Roman angeht. M.E. ist die Kombination aus Entwicklungsroman, Liebesgeschichte und Krimi ein wenig überladen und insbesondere der Mordfall und der daraus resultierende Prozess sind schon arg konstruiert. Andererseits ist die Geschichte wunderbar erzählt und insbesondere die Protagonistin ist eine wunderbar lebendige Figur.

 

Juli 2020

 

C. G. Jung: Freud und die Psychoanalyse und Symbole der Wandlung

Es ist ungemein spannend anhand dieser beiden Bände aus Jungs gesammelten Werken seine Entwicklung vom Freudschen Kronprinzen zu einem eigenständigen und m.E. viel spannenderen Persönlichkeitstheoretiker nachzuvollziehen.

 

Gustav Meyrink: Der Golem

Ein faszinierendes, mysthisches Buch, das ich - gelesen von David Nathan - in kleinen Häppchen genieße.

Juni 2020

 

Udo Rauchfleisch: Anne wird Tom, Klaus wird Lara. Transidentität/Transsexualität

Zum medial gerade sehr präsenten Theme "Transidentität" bietet Udo Rauchfleisch eine fundierte und verständliche Einführung für Angehörige, Kinder, Kollegen und Freunde von Betroffenen angereichert mit Fallbeispielen aus seiner 40jährigen psychotherapeutischen Praxis. Erfreulich unaufgeregt und sachlich. 

 

Mai 2020

 

Hilary Mantel: The Mirror and the Light.

Der Abschluss der historischen Romantrilogie um Thomas Cromwell, die rechte Hand Heinrichs VIII. Ich genieße dieses gewaltige Opus als Hörbuch auf dem Weg zur Arbeit. Der Detailreichtum ist überwältigend, genauer und farbenprächtiger wurde diese Epoche wohl noch nie beschrieben. Besonders gefällt mir aber die gallige Ironie, die den Umgang zwischen Cromwell und seiner nächsten Umgebung kennzeichnet. Leider weiß ich schon, wie es enden wird... 

 

S. W. Perry: The Saracen's Mark.

Die Tudor-Krimis um die Apothekerin Bianca Merton und den Arzt Nicholas Shelby sind gut recherchiert, sehr spannend und zeichnen sich vor allem durch einen wunderbar bissigen Humor aus. Ich lese gerade den dritten Band, die ersten beiden kann ich uneingeschränkt empfehlen.

 

C. G. Jung: Typologie.

Ab und zu vertiefe ich mich auch einmal in einen psychologischen Klassiker. In der Typologie beschreibt Jung extravertierte und introvertierte Persönlichkeitstypen und ihre Ausprägungen im Hinblick auf die verschiedenen psychischen Funktionen. Jung zu lesen, ist eine Freude. Er hat im Vergleich zu dem eher schwurbeligen Freud einen klaren und knappen Stil und bemüht sich auch darum, Grenzen seiner Erkenntnisse zu benennen.