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Was ich gerade lese

Hier stelle ich kurz die Bücher vor, die ich aktuell lese.

 

 

Oktober 2020

 

Bart van Loo: Burgund - Das verschwundene Reich

Geschichtsschreibung wie ich sie mag. Im Stil einer umfangreichen Biographie erzählt der niederländische Autor Bart van Loo vom Werden und Vergehen eines großen Reiches in Mitteleuropa. Unbedingt lesenswert!

 

September 2020

 

David Mitchell: Black Swan Green

Ein wunderbarer Pubertätsroman mit teilweise autobiographischen Elementen. Die Figuren sind so wunderbar gezeichnet, dass der kleine, enge englische Ort in den frühen 80ern beinahe plastisch greifbar wird. Eines dieser Bücher, das ich wegen seiner Figuren nicht aus der Hand legen konnte weniger wegen seiner Handlung

 

Stephen King: Blutige Nachrichten

Vier mehr oder wenige kurze Geschichten des Meisters. Vielleicht nicht der Höhepunkt seines Schaffens, trotzdem hab ich mich prächtig unterhalten gefühlt.

 

August 2020

 

David Mitchell: Utopia Avenue

Mitchell ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren und sein neuestes Werk, das den Leser in die Londoner Musikszene der späten 60er versetzt, ist einfach nur wunderbar. Mitchell lesen ist für mich wie nach Hause zu kommen.

 

Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen

Wissenschaftstheorie ist eines meiner Steckenpferde und diesen Klassiker aus dem Jahr 1962 wollte ich schon lange einmal lesen. Kuhns Hauptthese, dass der wissenschaftliche Fortschritt sich nicht kumulativ sondern durch sich abwechselnde Paradigmen vollzieht, ist gerade vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen über die sog. Cancel Culture eine enorm bereichernde Lektüre.

 

Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse

Ich bin ein wenig zwiegespalten, was diesen Roman angeht. M.E. ist die Kombination aus Entwicklungsroman, Liebesgeschichte und Krimi ein wenig überladen und insbesondere der Mordfall und der daraus resultierende Prozess sind schon arg konstruiert. Andererseits ist die Geschichte wunderbar erzählt und insbesondere die Protagonistin ist eine wunderbar lebendige Figur.

 

Juli 2020

 

C. G. Jung: Freud und die Psychoanalyse und Symbole der Wandlung

Es ist ungemein spannend anhand dieser beiden Bände aus Jungs gesammelten Werken seine Entwicklung vom Freudschen Kronprinzen zu einem eigenständigen und m.E. viel spannenderen Persönlichkeitstheoretiker nachzuvollziehen.

 

Gustav Meyrink: Der Golem

Ein faszinierendes, mysthisches Buch, das ich - gelesen von David Nathan - in kleinen Häppchen genieße.

Juni 2020

 

Udo Rauchfleisch: Anne wird Tom, Klaus wird Lara. Transidentität/Transsexualität

Zum medial gerade sehr präsenten Theme "Transidentität" bietet Udo Rauchfleisch eine fundierte und verständliche Einführung für Angehörige, Kinder, Kollegen und Freunde von Betroffenen angereichert mit Fallbeispielen aus seiner 40jährigen psychotherapeutischen Praxis. Erfreulich unaufgeregt und sachlich. 

 

Mai 2020

 

Hilary Mantel: The Mirror and the Light.

Der Abschluss der historischen Romantrilogie um Thomas Cromwell, die rechte Hand Heinrichs VIII. Ich genieße dieses gewaltige Opus als Hörbuch auf dem Weg zur Arbeit. Der Detailreichtum ist überwältigend, genauer und farbenprächtiger wurde diese Epoche wohl noch nie beschrieben. Besonders gefällt mir aber die gallige Ironie, die den Umgang zwischen Cromwell und seiner nächsten Umgebung kennzeichnet. Leider weiß ich schon, wie es enden wird... 

 

S. W. Perry: The Saracen's Mark.

Die Tudor-Krimis um die Apothekerin Bianca Merton und den Arzt Nicholas Shelby sind gut recherchiert, sehr spannend und zeichnen sich vor allem durch einen wunderbar bissigen Humor aus. Ich lese gerade den dritten Band, die ersten beiden kann ich uneingeschränkt empfehlen.

 

C. G. Jung: Typologie.

Ab und zu vertiefe ich mich auch einmal in einen psychologischen Klassiker. In der Typologie beschreibt Jung extravertierte und introvertierte Persönlichkeitstypen und ihre Ausprägungen im Hinblick auf die verschiedenen psychischen Funktionen. Jung zu lesen, ist eine Freude. Er hat im Vergleich zu dem eher schwurbeligen Freud einen klaren und knappen Stil und bemüht sich auch darum, Grenzen seiner Erkenntnisse zu benennen.